2000 bis heute

Eine wichtige Aufgabe des Menschen besteht darin, seine Kräfte und Fähigkeiten in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen. Das tun die Männer der FF. Bei der Durchsicht der Protokolle, wird einem bewusst, wie viele unbezahlte Stunden für den Dienst in der FF aufgewendet werden. Diese Leistungen sollen hier kurz aufgelistet werden:

Zeugmeisterlehrgang, Fahrzeug- und Geräteerklärung, Ausarbeitung Kommandantensitzungen, Kommandobesprechungen, Vollversammlung, Delegiertentagungen; Schulung in Kursen und Seminaren zur Vermittlung des für die Aufgaben der FF erforderlichen Spezialwissens: Grundlehrgang, Sanitätslehrgang, Verwaltungslehrgang, Atemschutzlehrgang, Maschinistenkurse, Funkschulung, Gruppen- und Zugskommandantenlehrgang, von Alarmplänen, Lehrgang für Verkehrsregelung; Führung von umfangreichen Niederschriften, in denen der Verlauf der Sitzungen, alle Übungen und Einsätze genau protokolliert werden; laufend Übungen mit allen Geräten (Funk, Atemschutz, Schaum, Hochdruck, Wasserwerfer, Löschangriff, Verkehr, technische Einsätze, Katastrophenübungen usw.), Teilnahme an Unterabschnitts-, Bezirksund Landeswettkämpfen (die FF Erdpreß erreichte dabei immer gute Ergebnisse: Leistungsabzeichen in Silber und Bronze und dafür auch viele Pokale), monatliche Probefahrten mit den Autos,laufende Pfl ege und Überprüfung der Geräte und Materialien, Wartung der Hydranten, Reinigung und Sanierungsarbeiten imFeuerwehrhaus, wobei auch die Frauen helfen – dies alles, damit Geräte und Mannschaft im Ernstfall einsatzbereit sind.

 

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Tatkräftige Unterstützung durch die Frauen der FF Erdpreß 

 

Einige Einsätze, Brände zu lokalisieren und zu löschen, gibt es jedes Jahr, jedoch verlagert sichdie Aufgabe der FF in den letzten Jahrzehnten immer mehr auf technische Einsätze: Verkehrsunfälle, Verkehrsregelung, Bergung von Fahrzeugen nach Unfällen, nach Überfl utungen Straßen reinigen, Brunnen und Keller auspumpen, Reinigung von Kanälen, Hilfe bei Gärgasunfällen, überregionale Katastropheneinsätze.

Immer wieder bemüht man sich um die Finanzierung der notwendigen Anschaffungen: Verhandlungen mit der Gemeinde, Durchführung von Sammlungen (Geld, Körnerfrucht, Wein, Sturm), Feuerwehrheuriger, Sturmheuriger, umfassende Informationen vor dem Ankauf.

Im Jahr 2004 lief die Nutzungsdauer des Kleinlöschfahrzeug aus. Deswegen wurden schon rechtzeitig laufend Informationen über ein neues Fahrzeug eingeholt.

Bgm. Franz Furherr, der immer Interesse für die Anliegen der FF zeigt und sie großzügig unterstützt, teilte in der Jahrehauptversammlung mit, dass die Finanzierung eines neuen Löschfahrzeuges gesichert sei. Ein entsprechender
Gemeinderatsbeschluss liege bereits vor. Fünf Firmen wurden nach genauer Besichtigung der Fahrzeuge ersucht, Anbote zu legen. Im November 2004 wurden die Offerte eröffnet und ausgiebig studiert und beraten. Schließlich einigte man sich darauf, das Fahrzeug, das die Firma Seiwald offeriert hatte, um € 170.000,- zu bestellen.

Diese Summe wurde wie folgt aufgebracht:

Beitrag der Gemeinde Sulz – € 75.000,-
Landesmittel –  € 40.000,-
Eigenmittel der FF Erdpreß – € 55.000,-

Dieses moderne Löschfahrzeug wurde am 31.3.2006 geliefert und wird im Rahmen des Gemeindefestes am 30.4.2006 in den
Dienst gestellt.

 

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Neues Löschfahrzeug, 2006 

 

Helmut Müller, Ortsvorsteher von Erdpreß und Vizebürgermeister der Gemeinde Sulz im Weinviertel, ist seit frühester Jugend Mitglied der FF Erdpreß. Er ist bei jeder Arbeit dabei und unterstützt die FF Erdpreß als Gemeindevertreter in jeder Hinsicht.

Mit Pfarre und Kirche arbeitet man gut zusammen. Die Männer der FF rücken aus zur Auferstehungsfeier, sie gehen mit bei der Fronleichnamsprozession, sind selbstverständlich bei der Florianifeier und begleiten verstorbene Kameraden zur letzten Ruhe. Wenn im Pfarrheim oder in der Kirche gearbeitet wird, ist man immer bereit zu helfen.

 

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FF Erdpreß, 1999 

 

Reinerträge der Nikolausfeier wurden für das Pfarrheim gespendet.

Die Freiwillige Feuerwehr zählt zu den Stützen des öffentlichen Lebens in Erdpreß. All diese oben beschriebenen Leistungen werden ehrenamtlich und freiwillig erbracht. Die vielen geleisteten Arbeitsstunden sind bares Geld wert. Ortsvorsteher, Bürgermeister und die ganze Bevölkerung sind sich dessen bewusst. Alle sind froh, eine so tüchtige und jederzeit einsatzbereite Wehr im Dorf zu haben, die fachmännisch und wirksam zu helfen bereit ist. Dafür gebührt den Männern der FF Dank und Anerkennung und allgemeines Lob.

Nachwuchsprobleme hat die FF Erdpreß kaum. Immer wieder sind junge Männer bereit, Mitglied der FF zu werden und entsprechende Aufgaben zu übernehmen.

Kameradschaft untereinander wird bewusst gepflegt. Gemeinsam werden Ausflüge organisiert, wenn immer es möglich ist, werden Frauen und Kinder eingeladen, nach Übungen und Einsätzen setzt man sich zusammen, überdenkt noch einmal alles in Ruhe und trinkt dabei auch ein Gläschen Wein. Die Männer der FF Erdpreß haben erkannt, dass Gemeinschaft und Leistung nicht durch Warten und Zuschauen entsteht, sondern durch Kollegialität und aktive Eigenleistung. Bleibt zu hoffen, dass es in diesem Stil weitergeht.

 

Gut Wehr!